Laun-ich

Juli 6, 2008 by sprutz

Was ein Tag. Aufgestanden bin ich mit keiner Laune. Mit einer Nulllaune. Nur mit einer Müdigkeit, die mich gerade mal so unter die Dusche geschleppt hat. Unter der Dusche verabschiedete sich die Müdigkeit, wohlwissend, dass sie morgen wieder zurück sein wird, und machte Platz für Kaffeedurst und für eine ehrliche Neugier, was denn in den letzten 9 Stunden so im Internet los war.

Ich schleppte mich in meine Klamotten, machte einen Aufschüttkaffee und setze mich vor den Rechner.

Da die Sonne schien, und aus dem Rechner sonntagstaugliche Musik trällerte, definierte sich meine Laune kurzerhand um von Nulllaune in Gutlaune.

Diese Gutlaune trug mich auch in etwa durch die erste Hälfte des Tages. Sie trug mich weiter als der Presseclub oder der Fernsehgarten senden, aber irgendwann war Schluss. Denn irgendwann wusste ich, dass diese jene Dateien geöffnet werden müssen. Sie müssen angeschaut und ergänzt werden, sie müssen redigiert und zwischendrin gespeichert werden. Ideen müssen aufs digitale Papier gebracht werden, um im übernächsten Schritte wieder verworfen zu werden. Denn morgen sollten redigierte, ergänzte, zwischendrin gespeicherte Dateien arbeitstechnisch abrufbar sein.

Daraufhin verließ meine Laune die Gutlaune, passierte die Nullaune, ohne diese auch nur eines Blickes zu würdigen und schritt mit strammen Sonntagnachmittagsschritten auf Schlechtlaune zu. Dort sollte Laune dann auch verharren.

Zufällig bin ich dann auf Herrn Koglers Seite geraten, dessen Le Grand Content hier auch schon mal verlinkt wurde und habe dort ein weiteres Werk des Künstlers für mich entdeckt:

Arbeit 2.0 (hier gibts den Clip)

Meine Schlechtlaune fand den Film richtig gut.

Das Backen von Vollkornbrot

Juni 30, 2008 by sprutz

Ich spiele mit dem Gedanken das Brotbacken wieder selber zu übernehmen. Genug Nahrungsoutsourcing. Ich will Brot-Insourcing. Ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Ein Schritt in Richtung Hüttenkäse-Bärlauch Brot.

Vielleicht verzichte ich diesmal auf eine Brotbackmaschine und tu es dem Herren hier in dem Video gleich und mach auch ein wenig Brotback-Workout.

Ich will tanzen

Juni 23, 2008 by sprutz

Man sollte dieses Video am Beginn der nächsten UN Vollversammlung zeigen. Matt sollte danach an dieses unfreundliche marmorne Podium treten, nichts sagen, und einfach anfangen zu tanzen. Darauf sollten alle Vollversammlungsmenschen anfangen mitzutanzen und sich besinnen, dass wir alle dem gleichen Rhythmus folgen, egal ob wir tanzen können oder nicht. Lebensfreunde in der Vollversammlung! Das kann dem Planeten nur nützen…

Hier ist nachzulesen, wie Matt dazu kam, sich durch die Welt zu tanzen.

Und ja, das ganze ist gesponsert von einem Kaugummikonzern! Man nennt das wohl dann eine gelungene virale Kampagne. (In your face Wrigley’s!)

Überschrift inspiriert durch: Ich will tanzen…

Glory to the World

Juni 22, 2008 by sprutz

Auf immortalpetsforum.com gibts das obige Photo. Ein Traum von Photo. So kraftvoll und kontemplativ zugleich

Die Seite Immortalpets ist also eine Anlaufstelle für all jene, die ihren liebsten Tieren online ein Denkmal schaffen möchten. Ob bei diesen unsterblichen Haustieren auch Telefon-Schafe dabei sind, möchte ich bezweifeln. Ob Herr Wade, der hochkreative Dirty Car Artist, ein Haustier besitzt, weiss ich nicht. Das ist für sein künsterlisches Schaffen auch eindeutig irrelevant. Vielleicht hat er aber doch einen Hund.

Vielleicht einen Hund vom Meer. El perro del Mar:

Dick O’Reilly

Juni 17, 2008 by sprutz

Der Herr O’Reilly ist einer der Sprachrohre des bushgeilen, obama-bashenden, überkonservativen, höchst unausgewogen berichtenden Senders Fox News. Simpel gesagt: Herr O’Reilly ist ein Dick. Warum, lässt sich hier auf Dickipedia nachlesen, oder auf Youtube gucken.

Herr O’Reilly hatte mal einen kleinen Aussetzer. Einer von vielen. Und in Zeiten des Internets und des Webzwonulls, wird so etwas ja gleich verwurschtelt zu einem Lied. Toll. Webzwonull ist schon eine Schau , und diese Beiträge festigen meine Liebe für das Internet, dessen exakten Mittelpunkt ich neulich gefunden hab.

Also: Erstmal den Urclip angucken: Den gibt es hier.

Und dann den Remix:

Private Viewing

Juni 16, 2008 by sprutz

Ganz allein bin ich. Niemand in nächster Nähe. Ich ganz allein vor dem Bildschirm, sitzenderweise auf einer IKEA Couch, die definitiv die besten Tage hinter sich hat. Ich hoffe das gilt nicht für die deutsche Nationalmannschaft.

Es ist kurz nach halb neun. Herr Netzer redet. Stelle mir Herrn Netzer in Trainingsanzug und mit Dosenbier im Stadtpark vor. Habe keine Probleme mir dies vorzustellen. Menschen in Stadtparks mit Trainingsanzug und Dosenbier schauen oft aus wie Herr Netzer. Die haben diesen hingekämmten Scheitel, auf den sie mindestens genauso aufpassen, wie auf ihr Dosenbier.

Noch 10 Minuten bis zum Anpfiff. Frage mich, ob ich mich aufwärmen soll. Aber ich denke die Jubelfaust oder das frustierte Schlagen auf die Couch bekomme ich auch unaufgewärmt hin.

Noch 5 Minuten. Und wieder mal fasziniert es mich, dass The White Stripes’ „Seven Nation Army“ es in den Kanon der Fangesänge geschafft hat. Sehe dies als musikalischen Aufstieg, wenn man bedenkt, dass „Go West“ der Pet Shop Boys es auf die Fantribünen schaffte.

1. Minute: Anpfiff: Ich bin fix und fertig. Gottseidank steh ich nicht auf dem Feld. Wäre keine große Hilfe. Merke gleich jetzt am Anfang, dass mein Fernseher eindeutig zu klein ist. “Hart aber Fair” geht noch zu gucken, aber für Fußball sollte er größer sein. Ich bin Public Viewing verwöhnt.

Apropos “Hart aber Fair”. Sollte ein Motto sein für heut Abend.

4. Minute: Gomez kommt nicht zum Ball. So was von nicht. Kommentator (K.) meint nach dieser Chance, die Österreicher seien nun beeindruckt. Ich bin es noch nicht. Ich bin eher beeindruckt, dass mein Wein schon leer ist. Eindeutig zu früh aufgemacht. Soll mir im Viertelfinale nicht noch mal passieren, dieser Fehler.

11. Minute: Rene Aufhauser bremst Michael Ballack. Schreibe dies nur, weil dieser Moment ansonsten in Vergessenheit geraten würde. Wie oft Herr Aufhauser wohl Herrn Ballack noch bremsen wird?

13. Minute: Sehr guter Angriff von uns laut K. Prompt folgt ein Eckball der Österreicher. Fühle, wie ich verkrampfe, wenn der Ball in unsere Spielhälfte kommt. Deute das als kein gutes Zeichen.

17. Minute: Schlechte Abstimmung der deutschen Abwehr sorgt für schlechte Stimmung hier auf meiner IKEA Couch.

20. Minute: Denke an morgen. Wenn wir gewinnen wird es lustiger in der Arbeit. Man zwinkert sich zu, man schwärmt von Donnerstag und dem Viertelfinale und wie jetzt alles möglich sei. Wenn wir verlieren, wird es weniger lustig. Man redet von Donnerstag und von der Deadline, die einzuhalten sei. Kein Augenzwinkern weit und breit.

26. Minute: Wie redet eigentlich Herr Podolski mit dem spanischen Schiedsrichter. Wie gut ist Herrn Podolskis Englisch? Kann er überhaupt den Sachverhalt dem Schiedsrichter erklären? Ich hoffe, dass irgendwann alle Spieler mit Mikrofonen ausgestattet werden, dann kann ich mir bei Premiere wählen, welchen Ton ich haben möchte, und dieses Geheimnis wird gelüftet. Ganz neues Fußballerlebnis: “He. Foul. Me. Fuck”

32. Minute: Herr Klose bekommt keinen Druck mehr hinter den Ball.

40. Minute: Der Herr Löw schimpft mit dem Österreicher Trainer. Wie wild. Ui,. jetzt muss er gehen. Auf die Tribüne. Ich fass es nicht. So kennt man den Jogi gar nicht.

Halbzeitpause: Ich hab Angst vor der zweiten Halbzeit.

Herr Buhrow zur Halbzeit. Herr Buhrow und seine Tagesthemen. Bringt einen immer wieder zurück ins wahre Leben. Fehlpässe und eine schlechte deutsche Innenverteidigung sind ein ziemlich kleines Problem im Kosmos der Weltprobleme.

46.Minute: Es geht weiter. Oh gott.

47.Minute: Toor’sen!! Der Herr Ballack der Halodri. Kaum sagt K, was von Merkel und einer SMS, wo drinsteht, dass Ballack ein Tor macht, schon macht dieser ein Tor. Wahnsinn.

Ich drück aus Begeisterung mehrmals die Return Taste.

53. Minute: K. sagt die Österreicher haben noch 37 Minuten für die Wende. Das kann nicht klappen. Wir haben 40 Jahre für die Wende gebraucht! Bezweifle, dass der Österreicher das schneller schafft.

55. Minute: Dies ist also der großer Zeitpunkt des Hansi Flick. Der steht da unten und weiß gar nicht, wie im geschieht. Oder träumt man als Assistenz Trainer von dem Moment, wo der Cheftrainer auf die Tribüne verbannt wird?

59. Minute: Favorisiere gerade die Idee des vorzeitigen Abpfiffs. Hansi Flick favorisiert die Einwechslung des Herrn Hitzelsberger.

65. Minute: Es ist gerade die 65.Minute.

73. Minute: Wiederhole gebetmühlenartig diesen einen Satz: „Wir führen einszunull. Wir führen einszunull….“ Aber es hilft nicht, mich zu beruhigen.

82. Minute: Noch 10 Minuten oder so. Schlimm. Die Österreicher unermüdlich nach vorn. I wer narrisch!.

83. Minute: K. wagt einen Blick nach vorn. Zum Spiel gegen die Portugiesen.. Oh man, ich hoffe, er weiß was er macht. Bitte nicht verschreien. K fängt immer wieder Sätze an mit : „Es sieht danach aus, dass..“ Das kann er sich sparen…. Meiner Meinung nach, siehts danach aus, dass nach nichts aussieht.

93.Minute: Es reicht. Bitte.

94.Minute: Kommentar K., der das ganze Spiel zusammenfasst: „Neuville… Machs alleine!… Jaa… Neiiin…. Den muss er doch machen!“

Abpfiff: Cordoba, mein Arsch.

Das war’s dann. Donnerstag, schau ich wieder Public.

Meine Mäusetaliban (II)

Juni 10, 2008 by sprutz

Nach paar Tagen Urlaub erreichte mich eine Email von M. mit dem Betreff „Sie hatte ihre Chance“. Da war er also: der Moment der Entscheidungsfindung. Eine Entscheidung als Antwort auf eine offene Kriegserklärung. Unsere Maus erklärte uns nämlich den Guerillakrieg, indem sie als erstes Handlung die Kommunikationsinfrastruktur lahmlegte: Sie nagte das Telefonkabel durch.

Mit einem „Jetzt ist Ende“ kündigte M. nun den Kampf an und entschied sich so für die T-falle. Ich versicherte ihr aus dem Urlaub mit Verweis auf den Bündnisfall meine vollste Unterstützung im Kampf gegen die Maus und hoffte, dass das Problem Maus somit aus der Welt war und mich „Mission Accomplished“ Fahnen in der Küche begrüßen würden.

Leider begrüßten mich nur unzählige Mäusekutteln in meinem Zimmer und eine noch nicht zugeschnappte Mausefalle in der Küche. Die Aktion von M. hatte leider noch keinen Erfolg gehabt. Es war an der Zeit mein Glück mit dem Stellen und Präparieren der Fallen zu suchen.

Ich fand dieses Glück nicht. Mit jeder Falle deren Köder weg war, aber die nicht zuschnappte und mit jeder Sichtung von Mäusen (die jetzt auch zunahmen) stieg mein Mäusefrust in ungekannte Höhen: Ich fluchte die Waschmaschine laut an, da ich dahinter die Maus vermutete, ich drohte den Mäusen in einer Tour mit dem Tod und bei all diesem Verbalkrieg bewegte ich mich so schreckhaft, dass ich schon beim Klicken des Wasserkochers zusammenzuckte. In diesen „Tagen der versuchten Tötung“ entwickelte ich mich zum einen zum Ernährer der Mäuse (da die Köder allesamt gefressen wurden) und zum anderen zum uneingeschränkten Mäusehasser.

Ich erkannte mein Zivildienstgewissen nicht mehr wieder und hätte ich zur Zeit der Musterung dieses Mäuseproblem gehabt, ich wäre wohl schnurstracks zu den Gebirgsjägern gegangen. Hier war ich also mitten in meiner Wohnung und war der festen Überzeugung, dass Deutschland nicht nur am Hindukusch verteidigt wird, sondern auch hier mitten in unserer Küche. Die Maus, die in meiner Phantasie beste Verbindungen zum internationalen Terrorismus haben musste, musste weg. Es war Zeit für professionelle Hilfe.

Wir holten uns einen Schädlingsbekämpfer. Dieser höchst professionelle Mann, der sich selber sogar Techniker nennt, deutete die Kotspuren richtig, attestierte uns den Befall und entschied sich für das Aufstellen von Mäuseboxen mit Gift. Das Aufstellen von Giftboxen war also die effektivste Variante im Mäusekampf.

Seit 5 Tagen stehen nun also 10 Boxen in der Wohnung und vorgestern zeigte das Gift seine Wirkung und eine Maus entschied sich, mitten in der Küche ihren letzten Atem zu nehmen. Ehrlicher- und erschreckenderweise empfand ich nach dieser Zeit des Mäusebefalls keinerlei Bedauern ob dieses Schicksals. Wie gesagt, ich mag diese Tiere nicht mehr und Mitmenschen, die so tun, als ob Mäuse niedliche kleine Tiere wären, ernten bei mir nur Kopfschütteln und ein TssTssTss.

In einer Woche werden wir wissen, ob der Mäusebefall Geschichte sein wird, oder ob wir den Herrn Techniker noch mal rufen müssen, weil immer noch Mäuse durch die Küche fetzen. Dann, so meinte dieser, müsse man Schlagfallen aufstellen. Aha. Schlagfallen sind also die Ultima Ratio im Mäusekampf. Das beunruhigt mich, denn das klingt nach „Wir haben all die Jahre keine probates Mittel gefunden, die Viecher zu töten/vertreiben. Hier sind zwei Schlagfallen und Nachbars Katze. Viel Erfolg!“

Wenn dies so sein soll, dann sehe ich mich schon Rudi Dutschke-mäßig in der Küche stehen, vor einer technikerpräparierten Falle, die linke Faust in den Himmel gereckt und in die Weiten meiner Küche rufen: „Holger, der Kampf geht weiter“. Dabei kenne ich gar keinen Holger. Aber ich werde weiter gegen diese Kreaturen ankämpfen. Es muss sein.

Mit dem Schreiben der letzten Zeilen hier, höre ich es schon wieder irgendwo rascheln. Ich verkrampfe wieder innerlich, das linke Lid zuckt und ein Hassknoten behindert meine Schluckperistaltik: Ich hasse Mäuse.

Wenn das ganze doch endlich vorbei wäre und ich das Mäusehassen aufhören könnte.

Meine Mäusetaliban

Juni 9, 2008 by sprutz

Wir haben eine Maus in der Wohnung. Ich sitze auf deinem Schrank. Bitte hilf mir dann runter wenn du dann wieder hier bist“. Mit dieser Textnachricht M’s begann etwas, was mein Verhältnis zu Mäusen ändern sollte. Dies ist die Geschichte, wie ich zum Mäusehasser wurde.

Meine eigene erste Maus-Sichtung paar Wochen nach dieser Textnachricht, brachte mich zwar nicht auf meinen Schrank, doch schaffte es das nonchalant durch die Mitte meines Zimmer strollende Nagetier, dass ich stehend auf meinem Bett keine äußerst souveräne Figur machte. Warum ich dann 3 Minuten später mit Wollhandschuhen (Schutz) und einem Posterkarton in der Hand (Falle) in der Mitte meines Zimmers auf Mausjagd ging, ist mir im Nachhinein nicht mehr ganz klar. War aber in diesem Moment eine für mich schlüssige Reaktion. Die Maus zeigte sich an diesem Abend nicht mehr.

Nach dieser Sichtung war dann auch erstmal Ruhe und ein fataler Entscheidungsfindungsprozess setzte ein, der den Kampf gegen die Maus für die nächsten Wochen lähmen sollte: Lebendfalle oder Tötungsfalle?

Weder sah ich mich mit einer gefangenen Maus durch die Stadt fahren, um sie mit Tränen in den Augen und einem gehauchten „Viel Glück, du kleiner Racker“ in die Freiheit der Flussauen zu entlassen, noch hatte ich viel Lust, in die kleinen vorwurfsvollen Mäuseaugen einer doch-nicht-toten, zappelnden Maus zu sehen. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden.

M. war zu diesem Zeitpunkt eindeutig für die L-Falle und predigte als Mäuse Dalai Lama gewaltlosen Widerstand und ging ins Exil im Zimmer neben mir. Wochen vergingen.

Zeit verging, ohne eine Fallenentscheidung zu treffen, in der Hoffnung, dass die Maus von selbst verschwinden würde. Schließlich kam sie ja auch von selbst und hat eigenmotiviert den Weg zu uns gefunden. Vielleicht war ja die Maus eines dieser Exemplare, der es schnell an einem Platz langweilig wurde. Vielleicht war unsere Maus ein Abenteurer, den es – sobald Routine in unseren Wänden einsetzte - schnell in den zweiten Stock oder gar ins Nachbarhaus ziehen würde. Neue Welten, neue Abenteuer.

Im Rückblick lässt sich eindeutig sagen, dass unsere Maus kein Abenteurer war. Unsere Maus war Stubenhockermaus. Eine Maus, die noch dazu nichts Besseres zu tun hatte, als auch noch eine Mäusefamilie zu gründen und mit der gesamten Mischpoke in unserer Küche sesshaft zu werden.

Das Gefühl nicht allein in der Wohnung zu sein, das Tappen von Mäusepfoten auf dem Zwischenboden, die Einbildung was zu sehen, wo nichts ist oder das Entknittern von Papiertüten, welches man sofort einer herumkrabbelnden Maus zuschrieb, taten ihr Übriges: Die Maus bzw die Mäuse begannen immer mehr zu nerven.

Ich machte also das einzig Logische und machte erstmal Urlaub.

Fortsetzung folgt ….

Mein Diätwahn (2)

Juni 5, 2008 by sprutz

Ich bin schwach. Seit 4 Tagen am heavy-diätieren (inklusive 4 Bier, 300g Minutensteak, Cordon Bleu mit Pommes, einem Snickers, einer kleinem KitKat, 2 Milchschnitte und uneinordbarem Kantinenessen; habe mich ansonsten strikt an eine noch zu benennendeDiät gehalten)

Langsam gewöhne ich mich an die schwarzen Flecken auf der Netzhaut. Kommt höchstwahrscheinlich vom Obst. Fühle mich den ganzen Tag über fiebrig. Das liegt sicherlich an der Nahrungsumstellung.

Heute mal wieder die Meinung gehört, dass Frauen sich von Männern angezogen fühlen, die handwerklich begabt sind (dachte immer, Frauen wollen Männer, die sich Handwerker leisten können.). Prompt innere Hitzewelle und Schweißausbruch bekommen. Für wen ess’ ich denn das ganze Obst und kaufe Nektarinen, wo ich doch Pfirsich will? Für wen konsumiere ich denn all diese omnipräsenten Smoothies, obwohl nur 20% der deutschen das Tiätsch aussprechen können? Und warum überlege ich, diese Diät auch noch zur Typenänderung in Sachen Frisur und Outfit nutzen zu wollen, weil ich dem Durchhalte-Tipp der „Frau mit Spass“ Folge leisten möchte? Wie es scheint mache ich dies für die handwerkeraffine, blaumann-schmachtende, „Toll, du warst bei Obi“ - Frau von heute.

Na bravo. Wenn dies so ist, sehe ich schwarz. Und diesmal meine ich nicht nur die Flecken auf meiner Netzhaut.

Das Bild oben zeigt die Frau McEllroy, die sich in ihrer Bilderreihe “I throw myself at men” sicherlich auch an den Hals von Nichthandwerkern wirft.

Und weil es es ja hier auch um Essen geht. Hier noch ein ein Beispiel, was passiert, wenn jemand was essen will, es aber ein anderer schon (unberechtigterweise) vertilgt hat.

Mein Diätwahn

Juni 2, 2008 by sprutz

Nun ist er gefasst. Der Entschluss. Der Entschluss ist gefasst, meine Pfunde purzeln zu lassen, in der Hoffnung sie mögen besser purzeln, als man selber purzelt. Denn ich denke da an meine letzten unbeholfenen Versuche einen Purzelbaum zu schlagen, bei denen ich zwar gefühlt gut purzelte, doch leider im 180 Grad Winkel zur Ausgangsposition wieder zum Sitzen/Halten kam. Ein Scheiß Purzelbaum. Ein Schurzelbaum. Und die Sorge ist nun, dass auch meine Pfunde schurzeln werden, indem ich sie nicht loswerde und sie womöglich mehr werden. Sie purzeln hoch.

Das wäre fatal und während mein Herz das womöglich noch mitmacht, werden irgendwann die Anzughosen kapitulieren

Also hab ich mir für diese „Reise“ vorgenommen ein wenig Lektüre zu besorgen und bin ab zum Bahnhofskiosk und dort in die von Auswahl prall gefüllte Ecke der Frauenzeitschriften gegangen. Eine Ecke, die von den Farben rot und gelb beherrscht wird. Allem Anschein nach würden Frauen blaudominierte Frauenzeitschrift nicht mal mit dem Po anschauen. Frau liest gern rot. Egal.

Ein kurzer Blick auf die durchwegs bunten Cover und meine fünf Heilsbringer in Sachen Abnehmen waren gekauft:

Es beginnt mit der „Frau von Heute“. Hier verrät mir eine Deborah ihre Schlanktipps, mit denen sie 56 Pfund weggeschlankt hat. Wie selbstlos von Debbie. Danke! Und als ob das nicht schon genug wäre, wartet das Heft mit einer „ Nudel Blitz Diät“ auf. Ich werd’ verrückt, Nudelblitzdiät ist das was ich brauch. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, schnapp ich mir auch das Heftchen „Meine Pause“, welches mir gute Laune und Hochgenuss garantiert mit einer simplen blitzlosen Nudeldiät. Zusätzlich zur guten Laune soll ich auch noch 5 Pfund in 3 Tagen adieu sagen können. Top.

Von der gemeinen Nudel Diät auf zur Asia-Glücks-Diät. Mit dieser Diät verspricht mir die Zeitschrift „Das macht Spaß“ schnell ebenso 5 Pfund runter zu haben. Das macht in der Tat Spaß. Und 5 Pfund sind anscheinend in der Frauenzeitschriftwelt eine magische Marke. Ich nehme mir also vor 6 Pfund abzunehmen.

Weiter mit der Lektüreauswahl:

„Schnell und gesund abnehmen – ohne zu Hungern“. Mit dieser Überschrift lehnt sich die „Frau mit Spaß“ weit aus dem Drive Thru Fenster. Aber dank der neuen Typendiät soll das Abnehmen wirklich leicht gehen. Das „wirklich“ macht mir Freude. Anscheinend gesteht „Frau im Spaß“ einige Fehler in der vergangen Diätberichterstattung ein.

Zuletzt angle ich mir noch die „Woche Heute“ , die mit einem Preis von 90 Cent das eindeutige Premiumblatt in meiner Auswahl ist. Die „Woche Heute“ widmet sogar das Medizin-Thema der Woche dem „Abnehmen – So purzeln die Pfunde wirklich.“ Das klingt nach einer fundierten Recherche und rundet mein Leseangebot ab.

Mit diesen fünf Zeitschriften:

1. Lässt es sich nun schnell, gut gelaunt ohne zu hungern mit reichlich Nudeln abnehmen (wirklich!)

2. Habe ich nun viele Seiten Rätselpass, um die Diätphase so angenehm wie möglich zu gestalten und

3. Habe ich gleichzeitig tolle Rezepte für: Traumtorten mit Erdbeeren, Schlemmerhits mit Geflügel, fruchtige Kirschtorten und Deftige Küche aus dem Alpenland. Falls ich das Diätieren bis zum nächsten Erscheinungstermin und bis zur Ultimativen Nudel-Blitz-Glücks-Ohne-Hungern-Diät aussetzen möchte.

Ich weiss, ich stehe am Anfang eines Prozesses. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich willensstark genug bin. Ich werde sehen. Aber das ich was ändern muss, zeigt mir folgender Clip: