Archiv für Juli 2007

Nur so mal erwähnt…

Juli 31, 2007

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Heute Früh bin ich, wie fast jeden Morgen am Haus der Heilsarmee vorbei. Dort – so denk ich mir das -kommen mittelose Menschen unter, finden also ein Dach über dem Kopf und können sich so ein bisschen besser ihrem Leben widmen.

Einem Leben, das nur noch aus Reden besteht. Ich weiß, ich weiß, viele würden da jetzt schreiben: Ein Leben, das nur aus Saufen besteht. Aber man kanns ja vielleicht auch mal positiv anders sehen.

Denn jedes Mal wenn ich eine Gruppe (und sie sind meistens in Gruppen) passiere, komm ich an an- und aufgeregten Gesprächen vorbei, von denen ich doch dann immer nur einen Bruchteil versteh. Ich versteh nicht viel, weil ich strammen Heimwärts-Schrittes oder müden Jobwärts-Schrittes an ihnen vorbei geh. Es geht um Traumfrauen, Fußball, Handys, oder richterliche Anhörungen.

Jedenfalls reden die Damen und Herren, während sie einen Flasche Bier, ein Tetra Pack Wein oder sonstiges Liquides in der Hand halten. Das Primäre Tun – so denk ich – ist also Reden. Man trinkt halt nur dabei. Das kennt man ja selber.Dies ist natürlich die positive Sicht.

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Strategisch günstig hat sich gegenüber von der Heilsarmee ein Norma-Supermarkt einquartiert (oder was es vielleicht andersrum?). Hier stehen auch gern Grüppchen. Einen hab ich heute sogar mit einem T-Shirt gesehen mit der Aufschrift „Ich liebe Norma“. Das fand ich schön ehrlich.

Denn immerhin liefert dieser Norma den Alkohol fürs Reden.

Denn immerhin liefert er diesen Alkohol billiger als der Marktkauf weiter oben, oder der Plus weiter unten in der Straße.

Denn immerhin sitzen an der Norma-Kasse Damen, die demütig von den alkoholisch- herausgeforderten Heilsarmeelern „Chefin“ genannt werden. Ein Zeichen von Respekt und Unterordnung. Denn die „Chefin“ muss ja schließlich das Pfand auszahlen mit dem man sich dann wieder etwas zu trinken kaufen kann. Und dies mehrmals am Tag.

Ich komm eigentlich nur grad drauf, darüber zu schreiben, weil es www.replate.org gibt. Eine Website, die es sich zum Anspruch gemacht hat, das Hungerelend mit dem Wegwerfwahnsinn in den amerikanischen Großstädten auf positive Art und Weise zu verbinden. In Amerika gibt es ja schließlich auch Grüppchen, die Reden während dem Saufen.

KaySölveWoche

Juli 30, 2007

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Es ist wieder ein ZDF Montag. Das heißt, dass die Nachrichten aus aller Welt von Kay-Sölve gelesen werden. Vielleicht kann ich mir auch irgendwann eine ihrer Überleitungen zu Ben Wettervogel merken, bis dahin bleibt aber einfach zu sagen, dass diese Dame es einem morgens dann doch nicht so schwer macht aufzustehen. Obwohl. Moment. Man steht eigentlich immer noch nicht leichter auf, aber man liegt noch so im Bett lauscht den deprimierenden Weltnachrichten – und wartet gespannt auf den letzten Satz Kay-Sölves. und dann, dann steht man auf. Leider heisst KaySölve Woche auch immer wieder eine ChernoJobateyWoche. Aber da muss man dann durch.

3:13 – 3:55

Juli 26, 2007

Also es ist ja so. Man hört Radio – um präzise zu sein fm4 - und ungefähr gefühlte 4 mal im Jahr hört man diesen Teaser (oder ist es ein jingle?) mit diesem Ausschnitt aus einem Film (3:13 – 3:55) .

Man versucht dann natürlich rauszufinden, wo diese Zitat herkommt, und dann hat man irgendwann den namen des Films  (Trust von Hal Hartley) , aber den Film gibts leider nicht zu kaufen. (zumindest bei amazon).  Aber es gibt ja youtube. Und siehe da, der film ist drauf und die besagte Szene auch. Genau 42 sekunden. Den Film möcht ich jetzt irgendwann ganz sehen. Aber vorerst bin ich zufrieden, es einfach gefunden zu haben.

Maria: Did you mean it? Would you marry me?
Matthew: Yes.
Maria: Why?
Matthew: Because I want to.
Maria: Not because you love me or anything like that, huh?
Matthew: I respect and admire you.
Maria: Isn’t that love?
Matthew: No, that’s respect and admiration. I think that’s better than love.
Maria: How?
Matthew: When people are in love they do all sorts of crazy things. They get jealous, they lie, they cheat. They kill themselves. They kill each other.
Maria: It doesn’t have to be that way.
Matthew: Maybe.

Ach, seit paar Jahren begleitet mich dieses Ausschnitt hörtechnisch. Heute das erste Mal gesehen. Was ein Tag.

Die Hauptdarstellerin, Adrienne Shelley, starb letztes Jahr bzw. wurde ermordet. Von einem Bauarbeiter, der laut seiner Aussage sie aus Wut getötet hatte, nachdem es zu einem Streit gekommen war, weil sie sich über den Lärm seiner Arbeit beschwert hatte.

Da liest man das, und schüttelt einfach nur den Kopf.

Zurück für Gut

Juli 24, 2007

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Mein zweiter Versuch. Ich sag’s ja. Ein Prokrastination. Der Focus gibt folgende Ausreden fürs Nicht-jetzt-Machen:

  • Ich warte, bis ich in der richtigen Stimmung bin
  • Ich fange morgen an
  • Ich muss erst noch all die anderen Sachen erledigen
  • Es ist zu anstrengend
  • Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll
  • Diese dauernden Herzbeschwerden werden schon von allein wieder weggehen
  • Der Denkende ist niemals der Handelnde
  • Ich habe doch noch jede Menge Zeit
  • Wieso habe ich auch so viele Aufgaben bekommen? Das ist nicht fair
  • Ich arbeite sowieso unter Druck besser, also mache ich es später
  • Ich hab einfach keine Lust

Ja, so ungefähr isses. Unter gottseidank hat der Focus das auch mal festgehalten.

Jedenfalls. Alle Ausreden beiseite, ich möchte diese Seite am Leben halten. Mit hoffentlich einigen besuchswerten Beiträgen.