Mein Nackenbeißer (2)

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Jennifer Lewis will gar nicht, dass sich der Leser langsam in die Geschichte hineinliest. Nein, mit dem ersten Satz ist man sofort mittendrin : „Ich will das sie verschwindet“.

Der, der das sagt, ist Kazim Al Mansur, ein Mann „gebaut wie ein Zehnkämpfer“, ein Öl-Millionär und Arbeitstier, der „mit geschmeidigen raubtierähnlichen Schritten“ durch seine Firma streift und mit seinen dunklen Augen „in das tiefste Innere“, ja sogar „bis in die Seele“ der Frauen schauen kann. Jedenfalls, so scheint es.

Die, die verschwinden soll, heißt Sara. Sara Daly. Unverheiratet, 25 Jahre alt, eine „schlichte Schönheit“ mit einem „hübschen kleinen Po“, die ihre Abschlussarbeit über das Profitpotential alternativer Bergbautechnologien geschrieben hat. Hochverschuldet vom Studium hat Sara nun bei Al Mansurs Ölfirma in der Wüste Nevadas angeheuert und sieht in der Chefassistentenstelle die große Chance ihre Karriere voranzutreiben. Dieser Job „war die Antwort auf all ihre Gebete“.

Und jetzt muss man sich mal in Miss Daly hineinversetzen, die zufällig gleich am ersten Tag ihren Chef belauscht, wie er der Personalerin eben jenen Satz entgegenschmettert und ausführt, dass er doch eine grauhaarige Assistentin wollte. Denn die letzten Assistentinnen haben sich – allesamt junge Dinger – in den Chef verliebt und vorbei war’s mit der effektiven Arbeit. Daher die Idee der verheirateten älteren Dame als Assistentin.

Aber Sara, wäre nicht Sara, wenn sie nicht um den Job kämpfen würde. Denn schließlich kann sie ja nichts dafür, dasss sie nicht grauhaarig ist.

Und der Chef – beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Entschiedenheit – gibt ihr dann doch noch eine Chance. Sie hat einen Monat zu beweisen, dass sie sich auf die Arbeit konzentrieren kann. Und Sara beschließt die beste Assistentin zu werden.

Hier war ich schon völlig in der Story. Ich las weiter:

Sara macht natürlich ihren Job besser als gut. Sie ölt Kazims Schreibtischstuhl, redigiert die Reden des Chefs, macht einen wunderbar starken Kaffee und führt Verkaufsgespräche mit Kunden.

Aber, wie soll es anders auch sein. Sara fühlt sich natürlich von diesem Beau von Mann angezogen. Es ist auch schwierig ständig in der Nähe eines Mannes zu sein dessen Mund „eine einzige Herausforderung für jede heißblütige junge Frau ist“. Sara begehrt Kazim. Ganz dolle.

Auch Kazim, der Womanizer, hat Gefühle für Sara, die er sich aber noch nicht eingesteht.

Naja. Einen Tag vor einem gemeinsamen Flug zu einem Bohrfeld mit seiner Assistentin, beobachtet er Sara bei einem Kundengespräch und beim Anblick der „Rundung ihres festen Pos“ beginnt sein Körper „verräterisch zu reagieren“. Oha. Zuerst schiebt er die Schuld auf ihr Kostüm, doch dann merkt er: „Das Problem war nicht das Kostüm, sondern er“.

Wow.

Damit endet das zweite Kapitel und die Charaktere sind eingeführt. Meine Nackenbeisser-Lesereise hat gerade erst begonnen.

Leidenschaftliche Fortsetzung folgt …

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2 Antworten to “Mein Nackenbeißer (2)”

  1. BockvomGärtner Says:

    Wunder mich, was auf diesem Blog ausgebrochen ist, wie kommt es denn hier zu den ganz großen Gefühlen? Schmachten in der Hauptstadt, ist der Frühling schon da?

    Beste Grüße

  2. sprutz Says:

    Ich seh das ganze eher als Projekt. Eine Lesereise in die Welt des Schmachts, des unbändigen Verlangens und der klaren einfachen Satzstruktur.

    Ausserdem ist das Leben einfach zu lang, um nur gute Bücher zu lesen.

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