Mein Nackenbeißer (3)

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Mein zweiter Tag mit Sara und Kazim und ich schlafe äußerst unruhig. Ich glaube, vielleicht sollte ich das Buch nicht mehr abends kurz vorm Bett gehen lesen.

Denn was ich lese, beschäftigt mich anscheinend nachts:

Kazim und Sara kommen sich auf der Geschäftsreise selbstverständlich näher: Sie sitzen nebeneinander im Flugzeug. Und da Sara vor Flugangst panikt, klammert sie sich an Kazim fest, der wiederum ganz Beschützer ist und sie im Arm hält. Dies hat zur Folge, dass beide bis oben hin erregt sind. Nach einem Zwischenstopp auf einer Bohrinsel, geht es wieder zurück im Flieger und spätestens jetzt scheint Saras Körper „in Flammen zu stehen“. Bei Kazim schaut es so aus, dass er den Tag hindurch ab und zu Erektionen hat. Dies wird im Buch übrigens nie explizit so genannt, sondern immer nur angedeutet durch Sätze wie: „… er war froh, dass die Dunkelheit den Beweis seines Verlangens verbarg.“

Ich war an diesem Moment froh, dass wir schon in Kapitel 4 waren.

Weiter im Text:

Der Flieger ist gelandet und Kazim und Sara sind hungrig von der Reise. Man beschließt etwas zu essen. Aber nicht in einem Restaurant! Nein, Kazim holt Take-away und fährt mit Sara in die Berge! Zum Picknicken! Bei Lagerfeuer!

Beim Essen kommen sich die beiden menschlich näher, in dem Kazim von seiner Kindheit erzählt: Vater war Despot, Kazim musste früh seine Heimat verlassen, weit weg von seiner Mutter. Und just als Sara erkennt, dass „Kazims Einsamkeit ein Schmerz war, den er womöglich nie überwinden würde“, beugt sich jener über sie und verschließt ihren Mund mit einem heißen Kuss. (Endlich, denkt man sich)

Satz um Satz geht’s nun Richtung ersten Höhepunkt, nicht ohne diese Liebesszene ohne irgendeinen ersichtlichen Grund durch einen Kapitelwechsel zu teilen. Was in Kapitel 4 begann, wird in Kapitel 5 vollendet.

Kapitel 5 beschreibt Kazim als einen wundervollen Liebhaber. Sara findet sogar, er sehe aus „wie ein Gott, der sich auf die Erde verirrt hat.“ Der verirrte Gott Kazim stöhnt noch ein „Ich habe noch keine Frau so begehrt wie dich“ und schon ist Sara am Höhepunkt angelangt. Ein Höhepunkt, „der alles übertraf, was sie je erlebt hatte“. (Das war absehbar. Alles andere wäre auch enttäuschend gewesen.)

Nicht absehbar ist hingegen das traurige Ende des fünften Kapitels. Schon die Heimfahrt vom Berg war eher beklemmend als beschwingt. Es herrscht Funkstille und als Sara daheim ist fühlt sie sich „wie Eva, aus dem Paradies verbannt, weil sie der Versuchung nicht hat widerstehen können.“

Die Verbannung aus dem „Paradies Kazim“ hält an. Erst ist Kazim einige Tage verschwunden und als er wieder zurück ist, gibt er ihr zu verstehen, dass die Ereignisse dieser Nacht nicht mehr erwähnt werden sollen. (Was für ein Schwein, denk ich mir und möchte das Buch an die Wand pfeffern. Doch ich lese weiter.)

Sara stürzt sich traurig und enttäuscht in die Arbeit, denn Kazim überschüttet sie nun mit Aufgaben und Verantwortungen, in der leisen Hoffnung sie möge von sich aus kündigen. Aber Sara kündigt nicht, sondern verzichtet lieber auf Schlaf. Während Sara an der Seelenverwandschaft, die sie in dieser Nacht spürte, zweifelt, gesteht sich Kazim ein, dass Sara „irgendetwas in ihm berührt hat“.

Mich berührt diese Geschichte auch.

Damit endet das fünfte Kapitel.

Leidenschaftliche Fortsetzung folgt….

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3 Antworten to “Mein Nackenbeißer (3)”

  1. BockvomGärtner Says:

    bin froh, wenn das buch durch ist! fange noch an mit zu leiden. wünsche tiefen schlaf heute nacht.

  2. sprutz Says:

    Habe heute auf dem Weg zur Arbeit weitergelesen und ich denke einmal ich nehme nicht allzuviel Vorweg, wenn ich sage: Die Liebesnacht in den Bergen hatte weitrechende Konsequenzen! Sara ist …

  3. BockvomGärtner Says:

    verliebt? Schwanger? HIP positiv? Es bleibt spannend…

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