Ich: Klatscher

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Da stand ich also. Inmitten einer kleinen Bar, den Live Act des Abends im Blick. Beziehungsweise hatte ich eigentlich den Mikrophonständer im Blick. Gottseidank eben jenen Mikrophonständer hinter dem der Sänger Platz nahm und in den er Texte sang, während er singer/songerwritermäßig – wie ein verträumtes Eichhörnchen -nach oben schaute, und Akkorde zupfte.

Ich stand da also: Nichtkünstler. Unkünstler. Lifetime-Zuhörer. Ein Klatscher und Nicht-Zupfer.

Ich stand da also und dachte mir, dass die Zeit, in der man ein Instrument so beherrschen lernt, dass es auch anderen Menschen beim Zuhören Spaß macht, unwiederbringlich vorbei war. Dies musste ich akzeptieren.

Vielleicht wäre ja aus mir ein Musiker geworden, wenn ich zum einen nicht mit dem musikalischen Gehör eines tinnitus-gepeinigten Igels ausgestattet wäre und wenn ich zum anderen den Fleiß und Ehrgeiz einer rumänischen Bodenturnerin gezeigt hätte.

Tja, hab ich nicht, bin ich nicht.

Daher ist mein letzter Gedanke, wenn ich in überfüllten Bars stehe und einem gitarrespielenden Sänger zuhöre: Das könnte nicht ich sein.

Ich bin Zuhörer und Klatscher.

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